30. November 2022

Radiologie - ein Bild für die optimale Diagnose

«Das muss geröntgt werden.» Diesen Satz hat jeder und jede schon einmal gehört. Aber was bedeuten eigentlich «Röntgen», «CT» und «MRT» genau und wann kommen die einzelnen Verfahren zum Einsatz?

Hat man sich den Daumen verstaucht oder ist heftig auf den Arm gefallen, muss man das betroffene Körperteil möglichst rasch untersuchen lassen. Das konventionelle Röntgen ist dabei die am häufigsten durchgeführte radiologische Untersuchung. Vor allem mittels der Schnittbildverfahren Computertomografie (CT) und Magnetresonanztomografie (MRT) kann fast alles am menschlichen Körper auch dreidimensional abgebildet werden, bis hin zum kleinsten Knöchelchen im Innenohr. Dabei können nicht nur Knochenbrüche diagnostiziert, sondern auch Krankheiten schon in einem frühen Stadium erkannt werden: Zum Beispiel erfolgt die Brustkrebsvorsorge durch Mammografie. Bei diesem Verfahren und dem CT wird mit Röntgenstrahlung gearbeitet, während Ultraschall und MRT strahlungsfreie Verfahren sind. Für die Patientinnen und die Patienten klingt das jedoch häufig chinesisch. Eine zusammenfassende Tabelle und die Erklärungen von Prof. Rolf Hügli, Chefarzt der Radiologie am Kantonsspital Baselland (KSBL), schaffen Klarheit.


«SO WENIG WIE MÖGLICH, SO VIEL WIE NÖTIG FÜR AUSSAGEKRÄFTIGE BILDER.»

Drei Fragen an den Spezialisten

Wie hoch ist die körperliche Belastung bei den einzelnen Verfahren?

«Das hängt von den untersuchten Körperregion und den gewählten Untersuchungsverfahren ab», erklärt Prof. Rolf Hügli. «Die Strahlenbelastung von drei Interkontinentalflügen in einem Jahr entspricht zirka einem Röntgenbild des Brustkorbs.» Anhand von strikten Protokollen werden am KSBL sämtliche Überweisungen individuell überprüft und die für die Patientin bzw. den Patienten beste Untersuchungsmethode ermittelt.

Was macht das KSBL, um Risiken für die Gesundheit auszuschliessen?

Die Geräte sind neu und die Protokolle ausgereift. So liegt die Strahlenbelastung am KSBL bis zu 50% unter den Grenzwerten, die das Bundesamt für Gesundheit vorschreibt. Die Geräte werden zudem regelmässig überprüft und die Protokolle auf den neuesten wissenschaftlichen Stand gebracht. Genauso sorgfältig und individuell prüfen die Fachteams, ob die Gabe von Kontrastmitteln nötig ist. «So wenig wie möglich, so viel wie nötig für eine aussagekräftige Diagnostik», sagt Rolf Hügli.

Was bringt die Zukunft?

Die Bildqualität wird noch besser und die Strahlenintensität weiter reduziert. Vor allem aber wird die künstliche Intelligenz immer mehr zum Einsatz kommen. Schon heute wird diese Technik benutzt, weil mit ihrer Hilfe beispielsweise Tumore noch besser entdeckt werden können. Ein Algorithmus übersieht nichts, wird nicht müde und unterstützt die Arbeit der Spezialistinnen und Spezialisten der Radiologie. «Wir wollen uns stetig verbessern», betont Rolf Hügli.

   

Prof. Dr. med. Rolf Hügli
Facharzt für Radiologie / Endovascular Specialist (EBIR-ES)
Chefarzt Institut für Radiologie & Nuklearmedizin
Leiter Interventionelle Radiologie

Tel. +41 (0)61 436 23 22
Mail


Kantonsspital Baselland
Institut für Radiologie und
Nuklearmedizin
T +41 (0)61 436 23 28
radiologie.bruderholz@ksbl.ch
www.ksbl.ch/radiologie


Der Beitrag ist im Gesundheitsmagazin medizin aktuell des KSBL erschienen.

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