Newsletter Institut für Pathologie

Liestal, Mai 2015

Liebe Kolleginnen und Kollegen, Sehr geehrte Damen und Herren

Es freut mich, Ihnen den zweiten Newsletter des Instituts für Pathologie des KSBL präsentieren zu dürfen. Trotz vieler Neuerungen in der Pathologie bleibt auch viel Altbewährtes wie z.B. die Zytopathologie, die gleichzeitig häufig das Ausgangsmaterial für zahlreiche der modernen Untersuchungen liefert. Wir stellen Ihnen Frau Dr. med. Daniela Kaup, Leitende Ärztin Zytopathologie unseres Instituts, vor. Des Weiteren haben wir Ende 2014 eine Einsenderumfrage durchgeführt, über deren Resultate wir Sie gerne informieren möchten. In diesem Zusammenhang verweisen wir auch nochmals auf die zu erwartenden Bearbeitungszeiten für unsere Untersuchungen.

Viel Vergnügen beim Lesen wünscht Ihnen

Prof. Dr. med. Gieri Cathomas
Facharzt Pathologie FMH
Chefarzt


Aus der Zytologie

Interview mit Frau Dr. med. Daniela Kaup

Dr. med. Daniela Kaup
Leitende Ärztin
Institut für Pathologie

Frau Kaup, Sie sind leitende Ärztin der Zytologie. Was sind Ihre Beweggründe, dass Sie sich für den Schwerpunkt Zytologie entschieden haben?

Primär hat mich fasziniert, wie viele Informationen aus einzelnen Zellen gewonnen werden können, und ich wollte deshalb mein Wissen in diesem Fachgebiet vertiefen. Zudem bin ich immer noch begeistert von der Schönheit der Zellmorphologie, welche im zytologischen Material besonders gut zum Tragen kommt.

Worin liegen die Stärken der zytologischen Diagnostik?

Es handelt sich um eine sehr kostengünstige, schnelle und minimal- bis nichtinvasive Untersuchungsmethode, welche mit sehr wenigen Komplikationen verbunden ist. Gerade bei älteren,  polymorbiden oder antikoagulierten  Patienten bietet die Zytologie eine komplikationsarme Methode, um eine Diagnose zu erhalten.

Wo sind die Grenzen der Zytologie?

Es ist wichtig zu wissen, was von einer zytologischen Untersuchung erwartet werden kann, um sie gezielt einzusetzen und die Resultate korrekt interpretieren zu können.

Nehmen wir das Beispiel der Schilddrüse: In der Schilddrüsendiagnostik bietet die Zytologie eine gute Screeningmethode. Es geht hier primär darum, dass die meisten Schilddrüsenknoten gutartig sind und vielen Patienten mit Knoten in der Schilddrüse eine Operation nach einer Feinnadelpunktion erspart werden kann. Anhand der Zytologie kann aber eine abschliessende Karzinomdiagnose nur im Falle eines wenig differenzierten oder eines papillären Karzinoms gestellt werden. Ein follikuläres Schilddrüsenkarzinom kann definitionsgemäss  nur histologisch anhand der Kapsel- und Gefässeinbrüche diagnostiziert werden. Somit liefert die Zytologie bei den  follikulären Läsionen nur Hinweise auf ein allfälliges follikuläres Karzinom.  Das heisst, dass diese Patienten  operiert werden müssen im Wissen, dass es sich nur mit 30% Wahrscheinlichkeit um ein Karzinom handelt.

Wie sehen Sie die Entwicklung in der Zytologie, wie könnte die Zukunft aussehen?

Bei den immer vielfältigeren Möglichkeiten der Molekularpathologie stellt sich natürlich die Frage: Braucht es bald keine Zytologie mehr?

Meine Meinung dazu ist, dass gerade diese Entwicklung der Zytologie eine grosse Chance bietet. So können eine Vielzahl der molekularpathologischen Untersuchungen am zytologischen Material durchgeführt werden. Von Vorteil ist, wenn wir einen Teil des Materials in physiologischer Kochsalzlösung erhalten. Das erlaubt uns, die Zellen zusätzlich in Paraffin einzubetten. Dank dieser Methode können wir, wie an Gewebebiopsien, zahlreiche Schnittpräparate herstellen und diese für immunhistochemische und molekularpathologische Untersuchungen verwenden. So werden sich die Informationen, welche aus einzelnen Zellen gewonnen werden können, weiterentwickeln und das Spektrum der Möglichkeiten in der zytologischen Diagnostik erweitern.

Vielen Dank für das Gespräch, Frau Kaup.

Bei Fragen zur gynäkologischen oder extragynäkologischen Zytologie: Tel. +41 61 925 26 20 Bei technischen Fragen können Sie direkt unser Labor kontaktieren: Tel. +41 61 925 26 25 E-Mail: pathologie@ksbl.ch


Kundenumfrage

Im vergangenen Spätherbst wurde eine Kundenumfrage an 224 Teilnehmer der 3 Standorte des Kantonsspitals Baselland verschickt. Mit grosser Freude durften wir eine Rücklaufquote von knapp 23% verbuchen.

Herzlichen Dank an alle, die uns ihre Zeit zur Verfügung gestellt haben, um die Fragen zu beantworten.

Ein paar Fakten

Wir freuen uns über das positive Gesamtergebnis der Umfrage betreffend die Qualität unserer Diagnostik und der Freundlichkeit und Ansprechbarkeit der Kontaktpartner.

Die Abfrage der Befunde mittels Internet/Intranet ist als ein wichtiges und vielverwendetes Instrument hervorgegangen. Verbesserungen der Angebote und eine Integration unserer Berichte in die elektronische KG sind in Vorbereitung.

Ein weiteres Anliegen ist ein zusammenfassender Bericht bei Patienten/-innen mit diversen Untersuchungen und mehreren daraus resultierenden Berichten. Auch hier arbeiten wir an einer Lösung.

Vielen Dank auch für das Interesse an unserem Institut! Mehrere Personen wünschten eine Führung durch das Institut oder einen Besuch. Aus diesem Grund werden wir dieses Jahr eine Begehung des Instituts organisieren. Wenn auch Sie interessiert sind, können Sie sich per E-Mail:web-pathologie@ksbl.ch melden und erhalten so weitere Informationen.

Unsere Bearbeitungszeiten

Die Bearbeitungszeiten sind abhängig vom Fixationsgrad, der Grösse und der Komplexität des Präparates und dessen Ankunftszeit im Institut.

Unser Ziel ist es, dass Sie möglichst schnell einen ersten Bericht erhalten. Dieser wird bei kleinen Biopsien in über 80% der Fälle auch der definitive sein. Bei grösseren Operationspräparaten folgt, je nach Fragestellung, in 20–40% der Fälle ein zweiter Bericht.

Bei kleinen Biopsien (Zangen- oder Nadelbiopsien) erhalten Sie innerhalb 24 Stunden, bei Ektomien und grösseren Operationspräparaten nach 3 bis 5 Arbeitstagen, einen Bericht.

Weiteres

Unsere Website ist mehrheitlich als gut bewertet worden.

In einem nächsten Schritt wird die separate Website der Molekularpathologie integriert.


Sicherheit

Die sichere Verarbeitung des uns anvertrauten Untersuchungsgutes hat für uns höchste Priorität.

Deshalb sind wir daran, das PathoTrac-System in der Abteilung für Histopathologie einzuführen. Die Patientendaten werden an jeder Station der Verarbeitung eingelesen, wobei das Untersuchungsmaterial bei jedem Arbeitsschritt zusätzlich identifiziert wird und somit jederzeit nachverfolgt werden kann. Dadurch wird das Risiko von Probenverwechslungen weiter reduziert.


Next-Generation Sequencing

Der Nachweis von Genveränderungen bildet heute die Grundlage für eine gezielte Therapie in der personalisierten Medizin. Um die steigende Zahl von therapierelevanten Genveränderungen untersuchen zu können, braucht es neue Techniken wie das Next- Generation Sequencing (NGS), auch Tiefen-sequenzierung genannt, bei welcher gleichzeitig eine grosse Anzahl von Genen untersucht wird. Das Institut freut sich, neu diese zukunftsträchtige Technik anbieten zu können, welche am formalinfixierten Gewebe durchgeführt werden kann.

Weitere Informationen finden Sie hier: