Informationen

Auf die Fragen, die Patienten vor einer Voll- oder Teilnarkose am häufigsten beschäftigen, finden Sie hier die wichtigsten Antworten.

Konnte Ihre Frage nicht beantwortet werden? Entnehmen Sie weitere Informationen bitte unserer Aufklärungsbroschüre Anästhesie.

Nehmen Sie bitte nur nach ärztlicher Verordnung und Absprache mit Ihrem Anästhesisten Ihre eigenen Medikamente ein.

Es gibt verschiedene Blutverdünnungsmedikamente, die bei unterschiedlichen Krankheitsbildern eingenommen werden müssen. Beispiele sind Marcoumar, Sintrom, Plavix, Efient, Aspirin, Fragmin und Clexane. Ob diese Medikamente vor einer Operation abgesetzt werden sollen, hängt sowohl von der Art des Eingriffs ab als auch von der Art der Grundkrankheit, welche eine Blutverdünnung erfordert. Aspirin soll wenn immer möglich nicht abgesetzt werden, fast alle Operationen können unter Aspirintherapie ohne erhöhtes Blutungsrisiko durchgeführt werden. Bitte besprechen Sie mindestens 10 Tage vor der Operation Ihr persönliches Vorgehen mit dem Operateur und Ihrem Hausarzt.

Der Eintritt ins Spital erfolgt zu einer festgelegten Zeit entweder am Vortag oder am Operationstag selbst. Am Tag der Operation bekommen Sie je nach Abmachung mit dem Anästhesisten noch ein Beruhigungsmittel. Wenn Sie eigene Medikamente haben, nehmen Sie diese bitte so ein, wie Sie es in der vorbereitenden Anästhesiesprechstunde vereinbart haben. Im Operationsbereich angekommen, werden Sie in der Umbettschleuse von unseren Lagerungspflegern in Empfang genommen. Diese helfen Ihnen auf den OP-Tisch, packen Sie in warme Tücher und fahren Sie in den Vorbereitungsraum. Dort erwartet Sie dann Ihr Anästhesieteam, bestehend aus erfahrenen Ärztinnen und Ärzten sowie Anästhesiefachpersonen, welches Sie während der ganzen Operation betreut. Bei Teilnarkosen (Regionalanästhesie) können wir Ihnen Musik über Kopfhörer anbieten. Nach der Operation kommen Sie für etwa 1 bis 2 Stunden in den Aufwachraum und werden dort weiter überwacht und betreut. Bei bestimmten Eingriffen kann es nötig sein, dass sie noch für einige Zeit auf der Intensivstation betreut werden.

Durch die Narkose werden neben dem Bewusstsein und der Schmerzempfindung auch Schluck- und Hustenreflexe ausgeschaltet. Es besteht somit die Gefahr, dass Mageninhalt in die Luftröhre und in die Lunge gelangt (Aspiration) und es zu einer schweren Lungenentzündung kommt. Daher sollten Sie vor jeder Narkose zu Ihrer eigenen Sicherheit idealerweise ab Mitternacht des Vortages nichts mehr essen. Auch Kaugummi und Zigaretten fördern die Magensäureproduktion und sind in dieser Zeit nicht erlaubt. Ansonsten steigt das Komplikationsrisiko und Sie riskieren die Verschiebung der Operation. Bis 2 Stunden vor dem Eintritt/Eingriff dürfen Sie noch klare Flüssigkeit trinken (Wasser/Tee ohne Milch und Rahm). Halten Sie sich bitte strikt an die Weisungen.

Während einer Operation dürfen Sie keine Kontaktlinsen, Ringe, Uhren oder anderen Schmuck tragen. Zahnprothesen müssen im Regelfall auch entfernt werden. Bitte beachten Sie, dass wir im Verlustfall oder bei Diebstahl jede Haftung ablehnen. Am besten lassen Sie Wertgegenstände und grosse Bargeldbeträge zu Hause.

Wir unterscheiden zwei Hauptformen der Anästhesie: Allgemeinanästhesie (Vollnarkose) und Regionalanästhesie (Teilnarkose). In der Regel bestimmen die Art und die Dauer der Operation, welches Verfahren angewendet werden kann. Es hängt aber auch von Ihrem persönlichen Gesundheitszustand und Ihrem Wunsch ab, welches Verfahren wir Ihnen empfehlen können oder welches bei Ihnen nicht durchgeführt werden sollte. Wir beraten Sie gerne in unserer präoperativen Anästhesiesprechstunde vor geplanten Eingriffen. Bitte zögern Sie nicht, uns zu kontaktieren, falls trotzdem noch Unklarheiten bestehen oder sich an Ihrem Gesundheitszustand vor der Operation etwas geändert hat. Wir sind jederzeit für Sie da.

Durch eine Vollnarkose werden Schmerzempfinden und Bewusstsein mit verschiedenen Medikamenten so lange ausgeschaltet, bis der Eingriff beendet ist. Meistens muss die Atmung künstlich unterstützt werden, wovon Sie aber nichts spüren. Während der Narkose ist immer eine Fachperson bei Ihnen.

Bei vielen Operationen besteht die Möglichkeit, nur den betroffenen Körperabschnitt schmerzunempfindlich zu machen, wobei Sie wach sein können, Musik hören oder nach Bedarf mittels Schlafmittel leicht schlafen können.

Ein Lokalanästhesiemittel (Mittel zur örtlichen Betäubung) wird entweder in das Nervenwasser, welches das Rückenmark umfliesst (Spinalanästhesie), oder in den Spalt zwischen Rückenmark und Wirbelkanal (Epidural- oder Periduralanästhesie) gespritzt. Für eine bestimmte Zeit werden die dadurch schmerzfrei gemachten Gebiete zuerst warm, dann gefühllos und können nicht mehr bewegt werden. Bei der Periduralanästhesie wird in der Regel ein kleiner Katheter eingeführt, welcher auch für die Schmerztherapie nach der Operation benutzt werden kann.

Darunter versteht man die Betäubung einzelner oder mehrerer Nerven mit einem Lokalanästhesiemittel, zum Beispiel der für den Arm und die Hand zuständigen Nerven in der Achselhöhle (axilläre Plexusblockade). Dabei werden die Nerven mit Ultraschall oder feinem elektrischem Strom identifiziert, was zu unwillkürlichem Zucken von einzelnen Muskeln führen kann.

Nach Identifikation wird das Lokalanästhesiemittel gezielt an die Nerven herangespritzt, wodurch die betroffenen Nerven in der Regel für 2 bis 12 Stunden betäubt werden (Gefühllosigkeit, keine Bewegung möglich). Bei grösseren Eingriffen wird ein kleiner Katheter eingeführt, welcher für die Schmerztherapie nach der Operation benutzt wird. Bei sehr kurzen Eingriffen an Arm/Fuss kann das Lokalanästhesiemittel auch direkt in eine Vene gespritzt werden, wobei das Abbinden der Extremität die weitere Ausbreitung in den Körper verhindert (sogenannter iv-Block oder intravenöser Block).

Bei grossen Eingriffen und bei Operationen im Kindesalter werden die beiden Anästhesiearten häufig zusammen angewendet, um die Schmerzbehandlung nach der Operation zu erleichtern.

Häufige Kombinationen sind:

  • Vollnarkose/Periduralkatheter für grosse Lungen- und Bauchoperationen
  • Vollnarkose/Interskalenuskatheter (Schmerzkatheter im seitlichen Halsbereich) für Schulteroperationen

Heutzutage schlafen Sie mit modernen Medikamenten in ca. 30-60 Sekunden nach der Verabreichung ein. Das Einschlafen geschieht sehr sanft. Sie werden dazu aufgefordert, sich etwas Schönes vorzustellen, damit Sie angenehmer einschlafen und aufwachen können.

Der Anästhesist überwacht während des gesamten Eingriffs Ihren Kreislauf, die lebenswichtigen Organfunktionen und die Narkosetiefe. Er ist stets bei Ihnen und kann so zu jeder Zeit sehr schnell wirksame Medikamente verabreichen. Bei Bedarf wird die Überwachung der Narkosetiefe zusätzlich durch eine Messung der Hirnströme unterstützt. Hierfür werden Klebeelektroden verwendet, welche auf die Stirn geklebt werden.

Dank kurz wirksamer Medikamente, guter Dosiermöglichkeiten und grosser Erfahrung des Anästhesiepersonals werden Sie schon wenige Minuten nach der Operation wieder erwachen. Sie werden am Ende der Operation wieder selber atmen und die Schutzreflexe wieder erlangen (Husten und Schlucken). Die meisten Patienten erinnern sich jedoch nicht an das Aufwachen im Operationssaal. Danach sind Sie meist noch müde und schlafen sich im Aufwachraum noch aus.

In erster Linie ist dies von der Art der Operation abhängig. Vonseiten der Anästhesie dürfen Sie nach einer Teil- oder Vollnarkose, wenn keine Übelkeit besteht, meist rasch nach der Operation wieder trinken. Das Aufwachraumteam wird Ihnen dies offerieren.

Die meisten Medikamente heutzutage sind schonender als früher und lösen bedeutend weniger Übelkeit und Erbrechen aus. Sollten Sie doch Übelkeit verspüren, verabreichen wir Ihnen Medikamente dagegen. Einige Patienten leiden unter postnarkotischem Erbrechen.

Das heisst: Es wird ihnen nach einer Narkose immer übel. Meistens sind das Patienten mit bekannter Reiseübelkeit. Wenn Sie dies dem Anästhesisten im Vorbereitungsgespräch mitteilen, kann er die Narkose speziell auf das Problem abstimmen.

Die Sicherheit aller Anästhesieverfahren ist heute sehr gross. Das Risiko von lebensbedrohlichen Zwischenfällen ist selbst bei schweren Vorerkrankungen äusserst gering. Alle lebenswichtigen Körperfunktionen werden heute lückenlos überwacht und wenn nötig sofort korrigiert, zum Beispiel Herztätigkeit, Kreislauf- und Atemfunktion. Vorübergehende oder gar bleibende Schäden durch eine Anästhesie sind heute sehr selten.

Diese Fragen und Antworten können Sie hier zum Ausdrucken als PDF Datei herunterladen.

Häufig gestellte Fragen von Patienten (PDF)

Zur Abschätzung des Risikos bei einem Eingriff benötigen wir eine Reihe von Informationen. Hier sind als Erstes der Allgemeinzustand und das Ausmass der Vorerkrankungen sowie die aktuelle Grunderkrankung mit dem durchzuführenden Eingriff ausschlaggebend. Anhand dieser Kriterien wählen wir auch das geeignete Anästhesieverfahren sowie ein eventuell erweitertes Monitoring während und nach dem Eingriff aus.

In den letzten Jahren verwendeten wir immer weniger Screening-Verfahren, um breit gestreut verschiedene Risikofaktoren zu suchen oder auszuschliessen. Diese Screening-Verfahren sind in der Literatur zunehmend umstritten, weil sie einerseits ohne messbaren Nutzen einen Kostenfaktor darstellen und andererseits falsche Positivresultate bei Patienten zu einer erheblichen Verunsicherung führen können. Insbesondere bei kleineren Eingriffen verzichten wir daher oft auf Laboruntersuchungen, EKG oder Brustkorbuntersuchungen (Thorax), sofern sich aus der systematischen Befragung (Anamnese) oder der körperlichen Untersuchung kein Grund für die Durchführung ergibt.

In unserer ambulanten Anästhesiesprechstunde führen wir bei Bedarf gezielt Abklärungen und Untersuchungen zur individuellen Risikoreduktion durch, falls diese nicht bereits durchgeführt worden sind. Dabei sind wir auf eine enge Zusammenarbeit mit den Patienten angewiesen.

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